Entgegen dem generellen Spielprinzip, dass ein Alleinspieler gegen zwei Gemeinschaftsspieler spielt, ist beim Ramsch jeder Spieler auf sich allein gestellt. Entgegen dem normalen Spielprinzip verhält sich auch die Zielsetzung einer Ramschrunde. Denn Ziel eines jeden Spielers ist es hier, quasi wie bei einem Nullspiel, so wenig Stiche wie möglich zu erzielen und damit zum Ende des Ramschens möglichst wenige Augen zu erhalten. Am Ende erhält der Spieler mit den meisten erzielten Augen die entsprechende Augenzahl aus Minuspunkte angeschrieben.
Wodurch kommt ein Ramsch-Spiel zustande?
Wie schon erwähnt, sind die Kneipenskat-Regeln nicht eindeutig festgeschrieben, so dass es viele unterschiedliche Ausgestaltungsformen der Regelauslegung gibt. Dennoch gibt es für das Zustandekommen einer Ramsch-Runde gängige Anlässe, die sich in vielen regionalen Kneipenskat-Varianten wiederfinden.
Grundsätzlich gilt beim Kneipenskat: Es gibt kein eingepasstes Spiel! Kommt es aber in einem Spiel zu der Situation, dass alle Spieler direkt passen, also keiner der drei Spieler 18 hält, so wird nicht etwa neu gegeben. Stattdessen behalten alle drei Spieler ihre Karten auf der Hand und es wird in diesem Spiel Ramsch gespielt.
Ein weiterer gängiger Anlass für das Zustandekommen einer Ramschrunde ist, wenn in dem vorherigen Spiel Kontra gegeben wurde und das Spiel verloren wurde. Oftmals wird auch nach einem Spiel, in dem Re angesagt wurde, geramscht, unabhängig davon ob das Spiel gewonnen oder verloren wurde.
Während bei der Situation des Einpassens zumeist lediglich in diesem einen Spiel geramscht wird, schließt sich an ein verlorenes Kontra-Spiel bzw. an ein gespieltes Re-Spiel eine komplette Ramsch-Runde an. Dies bedeutet, es werden 3 aufeinanderfolgende Ramsch-Spiele gespielt, bei denen jeder Spieler einmal in Vorhand ist. Da es hier dann durchaus so sein kann, dass ein Spieler zu gute Karten erhält, um eine Ramsch-Runde mit wenigen Stichen zu bestehen, ist es oftmals so, dass im Verlaufe der Ramsch-Runde jeder Spieler einmal das Recht bekommt, einen Grand Hand zu spielen. So werden im Vorfeld des Ramsch-Spiels reihum von Vorhand beginnend die Spieler gefragt, ob Sie einen Grand Hand spielen möchten. Wird dies von allen drei Spielern verneint, beginnt schließlich das Ramschen.
Schiebe-Ramsch
Schiebe-Ramsch ist die mit Abstand verbreitetste Ramsch-Variante. Wie der Name bereits vermuten lässt, wird hier etwas geschoben. Dabei handelt es sich um den Skat, der zum Beginn des Ramsch-Spiels beginnend von Vorhand zu Mittelhand, anschließend von Mittelhand zu Hinterhand geschoben wird. Hinterhand drückt am Ende zwei Karten, die er am wenigsten für das Bestreiten des Ramsch-Spiels gebrauchen kann.
Dabei steht jedem Spieler frei, den Skat aufzunehmen, oder ihn ungesehen direkt weiterzuschieben. Ein solches Weiterschieben hat bei vielen Kneipenskat-Varianten zur Folge, dass die Abrechnungspunkte am Ende des Ramsch-Spiels verdoppelt werden.
Es gilt beim Schieben des Skats: Buben dürfen nicht aktiv weitergegeben werden. Nimmt Vorhand also den Skat auf und findet dort 2 Buben, muss er diese behalten und 2 andere Karten an Mittelhand weiterschieben. Würde Vorhand in diesem Fall den Skat ungesehen weiterschieben, so darf er dies auch mit Buben im Skat tun, da er nicht aktiv und bewusst Buben weitergegeben hat.
Spielprinzip beim Ramsch
Das Spielprinzip beim Ramsch sowie die Kartenwertigkeit und -bedeutung ist analog eines regulären Grand-Spiels, nur mit genau umgekehrtem Ziel.
Es gilt hier, so wenig Stiche wie möglich zu machen, um am Ende eine geringst mögliche Augenzahl zu sammeln. Die Buben sind wie beim Grand die einzigen Trümpfe und es herrscht Bedienpflicht. Die 10 ist in der Regel ebenso wie beim Grand “hoch” und stellt nach dem As die zweithöchste Karte dar.
Eine weitere Besonderheit besteht in der Zurechnung des Skats, welcher meist aus zwei hohen Karten besteht, die von Hinterhand gedrückt worden sind. Es gibt hier zwei gängige Modelle hinsichtlich der Skat-Zurechnung:
1. Wer am Ende des Ramsch-Spiels die meisten Augen hat, bekommt auch den Skat zugerechnet
2. Wer den letzten Stich macht, erhält den Skat und die darin enthaltenen Augen
Beide Varianten findet man häufig in Kneipenskat-Runden, wobei die 2. Variante, bei der derjenige Spieler, der den letzten Stich macht, den Skat erhält, noch ein wenig mehr Spannung und Unberechenbarkeit in die Ramsch-Runde bringt.
Jungfrau
Von Jungfrau spricht man im Zusammenhang mit Kneipenskat, wenn während eines Ramsch-Spiels ein beteiligter Spieler keinen einzigen Stich erhält. Er ist dann “Jungfrau”, welches wiederum dazu führt, dass die Minuspunkte des Verlierers des Ramsch-Spiels verdoppelt werden.
Durchmarsch
Von einem Durchmarsch spricht man, wenn ein Spieler sämtliche Stiche während des Ramsch-Spiels erhält. In diesem besonderen Fall erhält der Spieler, dem ein solcher Durchmarsch gelingt, 120 Pluspunkte (entsprechend der Anzahl aller verfügbaren Augen in einem Skatspiel). Der Durchmarsch ist das einzige Mittel, um das Spielprinzip des Ramsch ins Gegenteil zu verkehren. Der Durchmarsch ist genauso wie ein Grand, der Schneider Schwarz gewonnen wird. Aber Vorsicht ist hier geboten: Denn gibt man auch nur einen Stich ab, kann man sich einer hohen Minuspunktzahl gewiss sein, die für den Fall, dass einer der Spieler dazu auch noch Jungfrau wird, verdoppelt wird.
Wie man sieht, weist das die Skat-Variante Kneipenskat diverse Besonderheiten gegenüber dem regulären Turnierskat auf. Durch Ansagen wie Kontra und Re oder durch die Sonderspielform Ramsch wird dem Skatspieler eine noch größere Vielfalt während des Spiels geboten und durch die verschiedenen Einflüsse auf die Punktewertung bleibt eine Kneipenskat-Partie spannend bis zum Schluss.